zurück

Die Pianistin

Für Sanny

 


Da steht sie auf der Bühne,
von tausenden Blicken umsäumt:
ihr Lächeln, ihr Blick, ihre Miene -
so schön, wie es keiner erträumt.


Stürmischer Beifall: ekstatisch,
grenzenlos, freudvoll-verzückt.
Hymnen des Lobes, fast Tränen
für das, was so tief beglückt.


Der Lärm verstummt, ganz stille
verneigt sie sich vor dem Beginn,
und getragen gleiten die Finger
über die kühlen Tasten dahin.


Die Töne wehen gelassen,
fast lautlos durch den Raum,
con grazia, mit Anmut,
so zart, man merkt es kaum.


Die Hände werden schneller,
bald stürmisch, furios -
und dann, nach dem Crescendo:
vollendet, virtuos.


Melodien windig wirbeln
über die Häupter, genial.
Ein letzter Reigen, ein Zwirbeln -
dann wieder Stille im Saal.


Und schon Applaus der Gäste
mit Bravour und Hymnen vermischt,
Blumen, Winken und Danken,
eh´ der letzte Leuchter erlischt.

 

 zurück