Sommer

Für Dirk


Boulevards, Bäume, Rauschen.
Im Vorübergehn:
kurzes Blicke-Tauschen,
dann ist viel geschehn.


Sommer. Stille. Sehen,
was da kommt und hält,
und sich eingestehen,
was da bleibt und fällt.


Sommerwinde wehen
wiegend über weites Feld
und die tiefen, dunklen Seen -
fernab von der weiten Welt.


Sommernacht, das Sehnsuchtsklagen
drüben schon im Gartenhaus:
heute, wie in Kindertagen,
brechen noch die Träume aus.


Sommer noch, die Nachen treiben
sternenwegs zur Nacht hinein.
Sommer noch – wir bleiben
am Ufer zurück, allein.


Späte Sommerstrahlen
fallen auf Mattblau-Satin.
Sie leuchten, tanzen, strahlen
verspielt auf dem alten Gobelin.


Boulevards – das Bäume-Rauschen:
alles ist bald schon wieder passé,
das Worte-und-Blicke-Tauschen
dort in der kleinen Allee.