Gedichte

Lichtschattenspiele

Rittersporne, Hybriden -

getränkt in Kobaltblau.

Vom Licht des Morgens beschienen:

die Kelche, benetzt von Tau.

Blütenversunken, beklommen,

wenn man die Bläue spürt.

In Kürze bald wieder zerronnen:

das, was so unvergesslich berührt.


Lichtschattenspiele, delphinisch,

fast schon euphorisch geschmückt.

Schemenhaft kurz, doch einschließlich

dem, was für immer verzückt.


Hans Walter Voigt

2011


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Fotos

 

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Die Pianistin

Für Sanny

 


Da steht sie auf der Bühne,
von tausenden Blicken umsäumt:
ihr Lächeln, ihr Blick, ihre Miene -
so schön, wie es keiner erträumt.


Stürmischer Beifall: ekstatisch,
grenzenlos, freudvoll-verzückt.
Hymnen des Lobes, fast Tränen
für das, was so tief beglückt.


Der Lärm verstummt, ganz stille
verneigt sie sich vor dem Beginn,
und getragen gleiten die Finger
über die kühlen Tasten dahin.


Die Töne wehen gelassen,
fast lautlos durch den Raum,
con grazia, mit Anmut,
so zart, man merkt es kaum.


Die Hände werden schneller,
bald stürmisch, furios -
und dann, nach dem Crescendo:
vollendet, virtuos.


Melodien windig wirbeln
über die Häupter, genial.
Ein letzter Reigen, ein Zwirbeln -
dann wieder Stille im Saal.


Und schon Applaus der Gäste
mit Bravour und Hymnen vermischt,
Blumen, Winken und Danken,
eh´ der letzte Leuchter erlischt.

 

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Kinderaugen von Hans-Walter Voigt

 

Kinderaugen

 

Kinderaugen
voll Sehnsucht
blicken durchs Fenster
die Schneeflocken tanzen
Kinderaugen voll Sehnsucht
schauen fragend schauen träumend
schauen so lieb
hinaus


in die sternlose
die flockendurchtanzte
die schweigende endlose
die windstille
Nacht


In ihrer Sorglosigkeit
sehen sie den Falter auf den rankenden Eisblumen
und trinken


die entrückten Träume ihrer Zukunft
noch einmal
in sich
hinein


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Hans-Walter Voigt Magister Artium

 Hans-Walter Voigt
1981: Magister-Abschluß an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz in den Fächern Germanistik, Geschichte und Buchwissenschaft.
1983-1985: Mitarbeiter beim Stadtarchiv in Saarbrücken
Seit 1986: Mitarbeiter der BASF; zuerst in der Werkbücherei, seit 2001 im Personalaktenarchiv des Unternehmens.
Seit 2013: Aktives Mitglied der Autorengruppe Räuber ´77 von Mannheim

 

Publikationen

 

Seit 1973 erschienen Gedichte von mir in verschiedenen Anthologien, Zeitschriften und Zeitungen.

1972 : Anthologie „Nur die Freude läßt uns hoffen“ (Hrsg.: Gottfried Pratschke). Europäischer Verlag, Wien.
1973 : Anthologie „Wahrheit wollen wir ergründen“ (Hrsg.: Gottfried Pratschke). Europäischer Verlag, Wien.
1977 : Johannes-Gutenberg-Zeitung JOGU (Rubrik: „ Texte Mainzer Studenten“).
1980 : Anthologie „Lesebuch. Lyrik-Prosa-Bilder“ (Hrsg.: Rainer Heinrich). na und autorenverlag, Mainz.
1991 : Zeitschrift PASSAGEN (Mannheimer Zeitschrift für Literatur und Kunst).
2011 : Anthologie „Menschen am Meer“ (Hrsg.: Marie Rossi) Elbverlag, Magdeburg.
2011 : Bibliothek deutschsprachiger Gedichte. Ausgewählte Werke XIV. Ulm 2011
2011 : Anthologie „Lichtglanz über Wasser“.Dorante Edition, Berlin 2011 in: www.literaturpodium.de
2011 : Gedichte in: www.lyrikwelt.de
2011 : Gedichte und Prosa in: www.versalia.de
2012 : Preisträger des Lyrikwettbewerbes 2011 (6. Preis) mit dem Gedicht "Botschaften". Weiterhin wurden noch die Gedichte "Kreuzerpoem" und "Nachsommer" von der Jury ausgewählt.
2012 : Preisträger des Lyrikwettbewerbes 2012 (4. Preis) mit dem Gedicht "Die Pianistin". Weiterhin wurde noch das Gedicht "Über den Dächern", "In die Weite", "Gedanken, Worte, Verse" und "Einzig der Wille" von der Jury ausgewählt.
2013 : Neuerscheinung meines Gedichtbandes "Das entglittene Wort" (8.Mai 2013)

 

 

Außer meinen Texten ist bei mir auch in gleicher Weise das Bild, vor allem die Fotografie. Der andere Schwerpunkt meines Schaffens. Text und Bild ergänzen sich oft gegenseitig.

 

Seit 1995 hatte ich schon etliche Ausstellungen in Deutschland, und ich möchte vielleicht noch in diesem Jahr in einer Homepage dem Leser und Betrachter Text und Bild in klarer und ausgewogener Form präsentieren.

 

Die Imagination und Faszination sowohl des geschriebenen Wortes als auch die des Visuellen prägten mich schon seit meiner Kindheit, und sie werden in meinem Leben immer auf das Engste mit mir verbunden sein.